Auf Grund des § 25 Abs. 1 des Berufsbildungsgesetzes vom 14. August 1969 (BGBl. I S. 1112), der zuletzt durch § 24 Nr. 1 des Gesetzes vom 24. August 1976 (BGBl. I S. 2525) geändert worden ist, in Verbindung mit Artikel 56 des Zuständigkeitsanpassungs-Gesetzes vom 18. März 1975 (BGBl. I S. 705) und dem Organisationserlaß vom 17. November 1994 (BGBl. I S. 3667) verordnet das Bundesministerium für Wirtschaft im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie:
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Verordnung über die Berufsausbildung zum Manufakturporzellanmaler/zur Manufakturporzellanmalerin
Anlagen & Schlussformeln
Der Ausbildungsberuf Manufakturporzellanmaler/Manufakturporzellanmalerin wird staatlich anerkannt.
Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre.
1234567891011Berufsbildung,Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes,Arbeits- und Tarifrecht, Arbeitsschutz,Arbeitssicherheit, Umweltschutz und rationelle Energieverwendung,Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen sowie Kontrollieren und Bewerten der Arbeitsergebnisse,Zeichnen und Malen nach der Natur sowie nach Natur- und Dekorvorlagen,graphisches Zeichnen,Farben und Edelmetalle,Kopieren von Vorlagen und Dekoren,Linieren, Rändern, Bändern, Lasieren und Staffieren,Malen von Dekoren.Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die folgenden Fertigkeiten und Kenntnisse:
(1) Die Fertigkeiten und Kenntnisse nach § 3 sollen nach der in der Anlage enthaltenen Anleitung zur sachlichen und zeitlichen Gliederung der Berufsausbildung (Ausbildungsrahmenplan) vermittelt werden. Eine vom Ausbildungsrahmenplan abweichende sachliche und zeitliche Gliederung des Ausbildungsinhaltes ist insbesondere zulässig, soweit betriebspraktische Besonderheiten die Abweichung erfordern.
(2) Die in dieser Verordnung genannten Fertigkeiten und Kenntnisse sollen so vermittelt werden, daß der Auszubildende zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit im Sinne des § 1 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes befähigt wird, die insbesondere selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren einschließt. Die in Satz 1 beschriebene Befähigung ist auch in den Prüfungen nach den §§ 7 und 8 nachzuweisen.
Der Ausbildende hat unter Zugrundelegung des Ausbildungsrahmenplans für den Auszubildenden einen Ausbildungsplan zu erstellen.
Der Auszubildende hat ein Berichtsheft in Form eines Ausbildungsnachweises zu führen. Ihm ist Gelegenheit zu geben, das Berichtsheft während der Ausbildungszeit zu führen. Der Ausbildende hat das Berichtsheft regelmäßig durchzusehen.
(1) Zur Ermittlung des Ausbildungsstandes ist eine Zwischenprüfung durchzuführen. Sie soll vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden.
(2) Die Zwischenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage für das erste Ausbildungsjahr und die unter den laufenden Nummern 6 und 9 Buchstabe a und laufender Nummer 10 Buchstabe a für das zweite Ausbildungsjahr aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht entsprechend den Rahmenlehrplänen zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
a)b)ein Porzellanstück mit Blumen- oder Landschaftsmalerei oder eine Figur bemalen sowie mit Linien-, Ränder- oder Bänderdekor,ein Porzellanstück mit Blumen- oder Landschaftsmalerei oder eine Figur bemalen sowie mit einer Schriftart.(3) Zum Nachweis der Fertigkeiten soll der Prüfling in insgesamt höchstens sieben Stunden ein Prüfungsstück anfertigen. Hierfür kommt insbesondere in Betracht:
1234567Grundsätze der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes in der Feinkeramik,kulturhistorische Entwicklung der Keramik und Porzellanmalerei,Grundlagen der Werkstoffe und der Porzellanherstellung,Zeichen- und Maltechniken,Farbenlehre,Dekorationsmittel in der Porzellanmalerei,Einsatz und Pflege von Werkzeugen und Arbeitsgeräten.(4) Zum Nachweis der Kenntnisse soll der Prüfling in insgesamt höchstens 180 Minuten Aufgaben, die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, aus folgenden Gebieten schriftlich lösen:
(5) Die in Absatz 4 genannte Prüfungsdauer kann insbesondere unterschritten werden, soweit die schriftliche Prüfung in programmierter Form durchgeführt wird.
(1) Die Abschlußprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
a)b)c)d)ein Porzellanstück mit reichhaltiger Blumenmalerei und mit Gold- oder Farbdekor,ein Porzellanstück mit reichhaltiger Ornamentmalerei und mit Gold- oder Farbdekor,ein Porzellanstück mit reichhaltiger Staffage und mit Gold- oder Farbdekor,ein Porzellanstück mit Landschaftsmalerei.(2) Zum Nachweis der Fertigkeiten soll der Prüfling in insgesamt höchstens 14 Stunden ein Prüfungsstück anfertigen. Das Prüfungsstück ist nach Wahl des Prüflings den Bereichen Blumenmalerei, Ornamentmalerei, Staffage oder Landschaftsmalerei zu entnehmen. Es kommen insbesondere in Betracht:
1234a)b)c)d)e)f)Arten, Eigenschaften und Anwendung von Dekorationsmitteln,Dekorationsarten,Dekorationstechniken,Brenntechniken,Qualitätssicherung in der Porzellanmalerei,kulturhistorische Entwicklung der Keramik und der Porzellanmalerei;im Prüfungsfach Technologie:a)b)c)d)Flächen-, Volumen-, Gewichtsberechnungen,Proportionsberechnungen für unterschiedliche Maßstäbe,Mischungsberechnung,Material- und Kostenberechnung;im Prüfungsfach Technische Mathematik:im Prüfungsfach Fachzeichnen:Zeichnen und Malen eines Dekorentwurfes aus den Bereichen Schrift, Ornamentik oder Blumenmalerei;im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde:allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt.(3) Zum Nachweis der Kenntnisse soll der Prüfling in den Prüfungsfächern Technologie, Technische Mathematik, Fachzeichnen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich geprüft werden. Es kommen Fragen und Aufgaben, die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:
1im Prüfungsfach Technologie90 Minuten,2im Prüfungsfach Technische Mathematik90 Minuten,3im Prüfungsfach Fachzeichnen120 Minuten,4im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde60 Minuten.(4) Für die schriftliche Kenntnisprüfung ist von folgenden zeitlichen Höchstwerten auszugehen:
(5) Die in Absatz 4 genannte Prüfungsdauer kann insbesondere unterschritten werden, soweit die schriftliche Prüfung in programmierter Form durchgeführt wird.
(6) Die schriftliche Prüfung ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Fächern durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Die schriftliche Prüfung hat gegenüber der mündlichen das doppelte Gewicht.
(7) Innerhalb der Kenntnisprüfung hat das Prüfungsfach Technologie gegenüber jedem der übrigen Prüfungsfächer das doppelte Gewicht.
(8) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in der Fertigkeits- und Kenntnisprüfung sowie innerhalb der Kenntnisprüfung im Prüfungsfach Technologie mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind.
Diese Verordnung tritt am 1. August 1995 in Kraft.
(Fundstelle: BGBl. I 1995, 105 - 107)Lfd. Nr.Teil des AusbildungsberufsbildesZu vermittelnde Fertigkeiten und KenntnisseZeitliche Richtwerte in Wochen im Ausbildungsjahr123412341Berufsbildung(§ 3 Nr. 1)a)b)c)Bedeutung des Ausbildungsvertrages, insbesondere Abschluß, Dauer und Beendigung, erklärengegenseitige Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag nennenMöglichkeiten der beruflichen Fortbildung nennenwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln2Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes(§ 3 Nr. 2)a)b)c)d)Aufbau und Aufgaben des ausbildenden Betriebes erläuternGrundfunktionen des ausbildenden Betriebes wie Beschaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung erläuternBeziehungen des ausbildenden Betriebes und seiner Belegschaft zu Wirtschaftsorganisationen, Berufsvertretungen und Gewerkschaften nennenGrundlagen, Aufgaben und Arbeitsweise der betriebsverfassungsrechtlichen Organe des ausbildenden Betriebes beschreiben3Arbeits- und Tarifrecht, Arbeitsschutz(§ 3 Nr. 3)a)b)c)d)wesentliche Teile des Arbeitsvertrages nennenwesentliche Bestimmungen der für den ausbildenden Betrieb geltenden Tarifverträge nennenAufgaben des betrieblichen Arbeitsschutzes sowie der zuständigen Berufsgenossenschaft und der Gewerbeaufsicht erläuternwesentliche Bestimmungen der für den ausbildenden Betrieb geltenden Arbeitsschutzgesetze nennen4Arbeitssicherheit, Umweltschutz und rationelle Energieverwendung(§ 3 Nr. 4)a)b)c)d)e)f)berufsbezogene Arbeitsschutzvorschriften bei den Arbeitsabläufen anwendenVerhaltensweisen bei Unfällen beschreiben und Maßnahmen der Ersten Hilfe einleitenwesentliche Vorschriften der Feuerverhütung nennen und Brandschutzeinrichtungen sowie Brandbekämpfungsgeräte bedienenGefahren, die von Stäuben, Giften, Dämpfen, Gasen, Säuren sowie leicht entzündbaren Stoffen ausgehen, beachtenzur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen sowie Möglichkeiten der rationellen und umweltschonenden Materialverwendung, insbesondere durch Wiederverwendung und Entsorgung von Werk- und Hilfsstoffen, nutzendie im Ausbildungsbetrieb verwendeten Energiearten nennen und Möglichkeiten rationeller Energieverwendung im beruflichen Einwirkungs- und Beobachtungsbereich erläutern5Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen sowie Kontrollieren und Bewerten der Arbeitsergebnisse(§ 3 Nr. 5)a)b)c)d)e)Arbeitsabläufe nach sicherheitstechnischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten planen und abstimmenSkizzen anfertigen sowie Fachzeichnungen lesen und anwendenEinsatz von Werkzeugen, Arbeitsgeräten und Arbeitsmitteln nach sicherheitstechnischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten vorbereitenWerkzeuge und Arbeitsmittel pflegen und einsatzfähig haltenFehler der Weißware erkennen, fehlerhafte Weißware vor der Bemalung aussortieren sowie dekorierte Ware auf richtige Dekorausführung und Sauberkeit vor und nach dem Dekorbrand kontrollierenwährend der gesamten Ausbildung zu vermitteln6Zeichnen und Malen nach der Natur sowie nach Natur- und Dekorvorlagen(§ 3 Nr. 6)a)b)c)Gestaltungsprinzipien der Porzellanmalerei anwendendie verschiedenen Pinselarten nennen sowie deren Aufbau und Verwendung erläuternBleistift-, Pinsel- und Federtechniken anwenden17d)e)linear, flächig und räumlich darstellenKomposition und Perspektive anwenden75f)g)SchattierenTonwerte setzen, Farbwerte abstimmen und Stofflichtigkeit herausarbeiten55h)i)k)Anfertigen von FarbflächenSchablonen herstellenverschiedene Abdeck- und Aussprengtechniken anwenden227Graphisches Zeichnen(§ 3 Nr. 7)a)b)verschiedene Schriftarten ausführenverschiedene Monogramme ausführen38Farben und Edelmetalle(§ 3 Nr. 8)a)b)Farben und Edelmetallpräparate unter Verwendung von Hilfsstoffen und Malmitteln für verschiedene Dekorationstechniken aufbereitenMetalloxidfarben und Edelmetallpräparate unter Berücksichtigung verschiedener Brennvorgänge anwenden3c)aufgeschmolzene Edelmetalle nacharbeiten49Kopieren von Vorlagen und Dekoren(§ 3 Nr. 9)a)Kopien von Vorlagen und Dekoren auf Papier anfertigen107b)Kopien von Vorlagen und Dekoren auf Porzellan anfertigen10410Linieren, Rändern, Bändern, Lasieren und Staffieren(§ 3 Nr. 10)a)Linien-, Ränder- und Bänderdekore auf Werkstücken ausführen57b)c)Lasurdekore auftragenWerkstücke staffieren101411Malen von Dekoren(§ 3 Nr. 11)a)b)c)reichhaltige Blumendekore malenreichhaltige Ornamente malenweitere reichhaltige Dekore malen122216d)e)Dekore selbständig gestaltenverschiedene Scharffeuerdekorationen ausführen66
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